Tourentage Bergell 15.-20. Juli 2012
Sentiero Alpino Bregaglia
Donnerstag 19.07.2012
Um 6.30 war Tagwache und alle krochen aus ihrem Privat- Schlafgemach, das wir exklusiv in der Albignahütte gebucht hatten. Trotz Trennwänden waren die nächtlichen Schlafgeräusche nicht zu überhören….Nach einem reichhaltigen Frühstück konnte wie üblich der Abmarsch um eine Viertelstunde vorverschoben werden, da ja keiner der Letzte sein wollte.
Über grüne Matten, übersät mit wunderbaren Anemonen, gings dann neben kleinen Bergseelein vorbei stetig der Passhöhe entgegen. Nach und nach wurde es steiniger und wir mussten, wie schon oft geübt, über grössere Felsbrocken balancieren bis wir auf dem höchsten Punkt unserer Tourenwoche, dem Pass da Casnil Süd (2’941m) einen wohlverdienten Halt machten. Aber oha, trotz schönem Wetter mochte uns dies der giftig kalte Wind nicht gönnen. Da nütze auch Res’es Coolmankopftuch das er am Morgen gesetzt hatte nichts, alle drängten kurz darauf wieder zum Aufbruch. Noch kurz eine Gruppenfoto als Beweis und runter gings über Schneefelder dem Fornogletscher entgegen, der sich majestätisch breit vom Firn bis weit ins Tal hinunter schlängelte. Doch die letzten 50 Höhenmeter zum Gletscher hinunter hattens in sich. Mehr oder weniger elegant rutschten wir einzeln am fix installierten Hanfseil in der Fallinie über Felsbuckel, losem Schutt und Sand hinunter zum Gletscher. Hier konnten wir dann ohne Wind auf einem grossen Steinquader den wohlverdienten Mittagshalt nachholen.
Die Gletscherquerung über das blanke Eis war eindrücklich. Es tat einem weh, wie sich die grossen Bäche gurgelnd über das Eis schlängelten und uns das Schwitzen und Schmelzen des Gletschers vor Augen führten. Die gut sichtbaren roten Tupfen zeigten uns auf der anderen Seite den Einstieg, und hoch gings wieder über Treppen und Seile der Fornohütte entgegen.
Bei der Hütte empfing uns ziemlich laut eine Militärdelegation die sich eben mit einem Superpuma auf den Heimweg machte. Nun hatten wir genügend Zeit um uns noch frisch zu machen und uns einzuquartieren, bevor wir uns kurz vor Sechs zum obligaten Apero trafen.
Ein fantastischer Ausblick auf den tief unter uns liegenden Gletscher und die unzähligen Gipfel am Firmament wurden uns in der schönsten Abendsonne präsentiert. Nur Cleopatra schaute wie versteinert der Lokomotive nach, nachdem sie scheinbar den Abendzug verpasst hatte…
Elisabeth und Stefan -> Fotos
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