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Hochtour Gamchilücke-Tschingelhorn

Einmal mehr in diesem „Sommer“ ist Schlechtwetter angesagt… Aber Ephraim ist mutig, entschlossen will er die dreitägige A-Tour angehen!!

20. Juli 2012 : Griesalp – Gspaltenhornhütte
Sechs Mannen und zwei Frauen treffen sich „nah dis nah „ im Zug, spätestens in Thun sind wir alle bei einander. Richtig touristisch mit vielen Infos betreffend Kiental und Umgebung werden wir mit dem Postauto die steilste Strecke der Schweiz zur Griesalp hochgefahren.
Das Wetter ist wie erwartet trüb und neblig. Dank dem gut dreistündigen Aufstieg zur Gspaltenhornhütte, haben wir aber keineswegs kalt. Im Gegenteil, alle kommen ins Schwitzen, weil es ist feucht überall und der Weg ist steil, aber es regnet keinen Tropfen! Wir begegnen relativ wenig Menschen; ab und zu ein Wanderer und bei den Alphütten Kinder, die noch in einer „heilen“ Welt aufwachsen und sich mit wenig gut beschäftigen können. Zwischendurch ist es uns doch vergönnt, schnell einen Blick auf die Blüemlisalp und den Gletscher zu werfen. Kurz unterhalb der Hütte begegnen wir vielen schönen Gämsen. Die Hütte ist gut belegt, die Schlafsäle voll und wir warten hungrig aufs Nachtessen. Die Hüttenwartsfamilie hat sich sehr Mühe gegeben uns zu verköstigen, schenkten uns einen Gutschein für die Glecksteinhütte, da sie ab 2013 dort weiter warten wollen. Mit „Meyere“ und guten Diskussionen vergeht der Abend schnell und wir sind froh, die Beine strecken zu können.

21. Juli 2012 : Gspaltenhornhütte – Gamchilücke – Mutthornhütte
Böses Erwachen um 07.00 Uhr morgens….Regen, Regen , Nebel…..Wir essen in aller Ruhe „ds Morge“ und warten dann bis 10.00 Uhr auf anderes Wetter. Da dieses nicht kommen will, machen wir uns doch auf den Weg. Wir starten etwa eine halbe Stunde nach einer Gruppe aus dem Welschland, die dasselbe Ziel haben wie wir. Wir kommen gut voran auf dem Gamchigletscher, bald fängt es auch noch zu schneien an. Mit Hilfe von Ketten und Seilen kommt man auch gut über die Lücke, nur sieht man nachher aus, als wäre man Maurer in Aktion. Diese Lücke ist ein „Dreckhaufen“ und sehr rutschig, kein Stein bleibt auf dem anderen. Leider sehen wir nicht viel, es schneit weiter und doch ist`s zwischendurch fast heiss und nur einmal ganz kurz sieht man ein „Melkerhemli“. Nach knapp vier Stunden kommen wir in der Mutthornhütte an und werden sehr zuvorkommend empfangen!
Neben der Hütte ist ein imposanter Gletscher-Windkessel, der so schön blau leuchtet, aber gegen Abend ist er weiss….. Es schneit immerzu ein wenig. Der Nachmittag vergeht in der Hütte mit Spielen, Lesen, feinem Kuchen essen usw. Und die Welschen kommen grad zum Essen doch auch noch in der Hütte an. Wir machten uns schon echt Sorgen um sie. Nach einem leckeren Nachtessen spielt Ephraim mit einem gewitzten Jungen Namens Adrian ein Schach. Der Junge ist ca. 11-12 Jahre alt und kommt aus Langnau. Nachdem einige von uns beschlossen, nach 20.00 Uhr noch aufs Mutthorn zu steigen, da endlich ein wenig vom blauen Himmel zu sehen ist, schliesst Adrian sich uns an. Wir gehen alle mit,  ( Adrian in Shorts…). Die Tour aufs Mutthorn war ein guter Verdauungsspaziergang und just beim Einnachten sind wir wieder in der Hütte und es schneit erneut. Auf die Frage von Adrians Vater, ob er dann angeseilt gewesen sei bei uns, sagte dieser: „ Nein, aber es sind 1 ½ Bergführer dabei gewesen, da sei er in guten Händen gewesen“. Ueberhaupt, war er in keiner Weise aufs Maul gefallen….
22. Juli 2012 : Mutthornhütte – Tschingelhorn – Fafleralp

Heute gibt`s um 04.00 Uhr Tagwache…Immer noch Nebel draussen und eine überzuckerte Gletscherlandschaft. Aber wenigstens ist`s leicht gefroren.
Kurz vor fünf Uhr starten wir angeseilt in vier Zweierseilschaften. Ab und zu muss Ephraim noch nach Kompass den Weg finden, aber wie es Tag wird, so verschwindet allmählich der Nebel und der Himmel zeigt sich blau und wolkenfrei. Ein nicht zu vergessendes Schauspiel zeigt sich uns ganz im Osten: Ringsum Nebel, aber dort im Osten ist ein Wolkenloch und die erste Morgenröte hinter schwarzen Gipfeln lässt unser Herz höher schlagen. Dies sind unter anderem die Momente, die einem immer wieder in die Berge ziehen, trotz aller Mühsal manchmal……
Wir kommen auf den Petersgrat und gehen dann südlich vom Tschingelhorn zum eigentlichen Einstieg. Da auf den Felsen überall Wassereis ist, entschliesst man sich über`s sonst eher zweifelhafte Couloir durch den Schnee aufzusteigen. Dies geht auch gut, da der Schnee gut gefroren ist und man noch keinen Steinschlag zu befürchten hat. Das Couloir ist sehr steil, auf dem Grat wird’s ebener und die Felsen sind verschneit, aber wir sind um 08.00 Uhr auf dem Gipfel. Glücklich, über die schöne Aussicht und die Sonnenstrahlen, die wir nach zwei Tagen im Nebel doch noch geniessen dürfen.
Nach 1800 Höhenmeter Abstieg, zwei Pausen, wieder Grün in den Augen, z. T. weichen Knien, amüsiertem Zuschauen verspielter Gämsen und die Frische der Bergwelt in den Adern, kommen wir Anfangs Nachmittag auf der überfüllten Fafleralp an. Wir genehmigen noch ein Bier, Café, Kuchen u.s.w. und lassen das Zusammensein ausklingen!
Es war trotz dem eher schlechten Wetter eine wunderschöne Tour, wir waren eine zufriedene Gruppe und ich danke im Namen von Ruedi, Tinu, Lisa, Timmy, Aschi und Stephu unserem Leiter Ephraim herzlich für sein Engagement. Es war seine erste A-Tour die er als frisch gebackener Leiter geführt hat und er hat dies sehr, sehr kompetent und einfühlsam gemeistert!
Christa Johner -> Fotos