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2014: Fotos + BerichteArchiv 2011:22. Jan 11: JO,
Skitour Gurbsgrat
23. Jan 11: A,
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Hockenhorn-Gitzifurggu
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Lawinenkurs Rossberg
29. Jan 11: G,
Skitour Schnierenhireli
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Biketour
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29. Mai 11: A,
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02. Juli 11: A,
Klettern Pfriendler
02. Juli 11: G,
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16. Juli 11: A, Klettern
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Tourenwoche 4 Pässe
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13.-14. August 11,
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A, Klettern Grimsel
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Biketour II
10. Sept. 11: G,
Bergwanderung Sulegg
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08. Nov. 11: Senioren,
Cholerenschlucht
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1. Tag: Oberdiessbach 605m – Zermatt 1616m - Schönbielhütte 2694m

Am Morgen um Sieben Uhr fuhren vier gutgelaunte SACler in den Personen von Silvia Stettler, Dominik Ellenberger, Felix Arnold und mir, mit dem Zug Richtung Zermatt.
Nach einem kurzen Marsch durch das ganze Dorf erreichten wir die Talstation. Weil die Strecke Furi – Schwarzsee geschlossen war mussten wir den Umweg über die Station Trockener Steg nehmen und dann hinunter zur Station Schwarzsee. Dabei bemerkten wir, dass die Piste noch offen gewesen wäre und wir somit um eine Abfahrt zu kurz kamen.
Ab Schwarzsee fuhren wir über ruppigen gefrorenen Schnee in Richtung Kraftwerk Grande Dixence SA Zmutt hinunter. Schon 100m oberhalb des Kraftwerkes lag kein Schnee mehr. Von dort aus sahen wir schon weit in der Ferne die Hütte. Ich traute meinen Augen kaum als ich sah, dass auf der gesamten Strecke kein einziger Fleck Schnee lag. Also befestigten wir zum ersten Mal die Skier auf dem Rucksack und marschierten in ca. 1 ½ Stunden zur Hütte.
Ausser uns waren noch vier andere Gäste anwesend. Diese kamen aus der Richtung Arolla und wollten am nächsten Tag nach Zermatt gehen. Das hiess 3 Stunden zu Fuss mit aufgebundenen Skier. Viel Vergnügen! Weil dies auch der letzte Tag war wo die Hütte noch offen war, bat uns die Hüttenwartin noch die Fahne samt Stange herunter zu holen.
Das Nachtessen war gut und wir verbrachten eine angenehme Nacht.
Hanspeter Gafner

2. Tag: Schönbielhütte 2694m - Mont Durand 3712m - Cabane du Grand Mountet 2886m

Wer nicht wegen der vier deutschen und holländischen Schnarcher ohnehin schon wach war, wurde um 4.50 Uhr vom Piepsen von Hanspeters Uhr geweckt. Das Zmorge stand für uns schon parat - Hüttenwartin Yolanda zog es vor, an ihrem letzten Tag der Wintersaison noch etwas länger zu schlafen.
Kurz darauf trugen wir die Ski noch ein kurzes Stück den Südhang oberhalb der Schönbielhütte hinauf. Anschliessend ging es mit Fellen und zu Fuss die "Kumme" hoch bis zum Grat auf 3209 m. Dahinter erwartete uns die erste Schlüsselstelle des Tages, eine steile Hangtraverse über Felsstürzen, die uns hinüber aufs Plateau des Howänggletschers führte. Zuerst freuten wir uns jedoch über die Morgensonne und immer wieder über die grandiosen Ausblicke auf Monte Rosa, Matterhorn und Dent d'Hérens. Da es leicht bergab ging und ausreichend Schnee lag, konnten wir mit den Ski vorsichtig querend abfahren - so kamen wir zügig und sicher auf den flachen Gletscher.
Flugs angefellt, etwas Sonnencreme aufgetragen und nun gemütlich weiter Richtung Mont Durand. Wir waren in unverspurtem Gelände ganz allein unterwegs. Hundert Meter unterhalb des Gipfels liessen wir die Ski zurück und stiegen noch über Firn und Fels bis zuoberst hinauf. Die Steigeisen brauchten wir, wie während allen vier Tagen, auch hier nicht.
Die Fotos dieser Tour sind auf dieser Website übrigens nur vorhanden, weil die Kamera bei der Selbstauslöseraufnahme des Gipfelfotos nicht in den Abgrund fiel … Von oben sahen wir weit unten unser Tagesziel, die Cabane du Grande Mountet. Im oberen Teil der Abfahrt wurden wir mit pulvrigem Pulverschnee bedient, der anschliessend in sulzigen Sulz überging. Kurz vor dem beherzten Queren des Bergschrunds am Col Durand schrappte Dominik vorausfahrend übers knapp zugedeckte Blankeis - wir Nachfolger waren gewarnt und kamen etwas vorsichtiger hinterher.
Durch die geringe Schneemenge waren fast alle Moränen südseitig aper und somit praktisch unbegeh- oder befahrbar. Daher zogen wir auf dem Gletscher unsere Spuren bis unterhalb der Hütte, um von dort auf den steilen Hüttenweg zu gelangen. Im bröckeligen Moränenhang (wo man auch hinschaute, löste sich ein Stein!) war dort ein Fixseil installiert. Zum Skiaufbinden wollten wir nicht lange an diesem ungastlichen Platz verweilen, die verdiente Pause holten wir oben auf der Moräne nach, bevor wir das letzte Steilstück in der heissen Nachmittagssonne zur Mountet-Hütte aufstiegen.
Wir wurden sehr freundlich empfangen und der Aufenthalt war sehr angenehm, nicht zuletzt auch, da wir ein ganzes Zimmer für uns allein erhielten. Von der Hütte aus blickt man in den imposanten Talkessel mit unserer Abfahrtsroute vom Col Durand, auf die Nordwand des Obergabelhorns und vis-à-vis auf Dent Blanche und Grand Cornier. Die Nachmittags- und Abendsonne trocknete unsere Felle und Innenschuhe und nach dem obligaten Büchsenfruchtsalat ging es bald ins Bett.
Felix

3. Tag: Cabane du Grand Mountet 2886m - Blanc de Moming 3657m - Col de Milon - Cab. de Tracuit 3256m

Schon lange wussten wir, dass wir nicht zur Tracuit-Hütte abfahren werden können, wie ich es im Programm vorgesehen hatte, sondern dass dies am Schluss noch ein 550hm-Aufstieg sein wird, so wie es die Topologie korrekterweise auch vorsieht. Heute wird es den längsten Tourentag geben; und es war dann auch einer der schönsten...
Die Nacht war wieder sternenklar, aber nicht sehr kalt. Wir hatten einen eigenen Schlag zum Schlafen und viel Platz für unsere langen Beine. Erfreulicherweise wussten sich die Welschen beim Zmorge nichts zu erzählen, zumindest vorerst. Nachdem der Kaffee (wahrscheinlich) seine Wirkung zeigte, erwachte auch das Mundwerk ein bisschen. Doch in diesem Moment wollen wir weiter, es ist Zeit zum gehen. Die Ski binden wir auf den Rucksack, denn wir müssen durch ein Feld von grossen Steinen den Weg um den "le Mammouth" finden. Erst hinter diesem Ungetüm (hat jemand das Mammouth gesehen?...) können wir anfellen. Vorerst in angenehmem Gelände gehen wir auf den Glacier du Besso, und dann steiler auf den Grat worauf wir mit aufgebundenen Skiern und leichter Kletterei auf den Blanc de Moming 3657m kommen. Von dort beobachten wir eine Gruppe Schneeschuhläufer, die weit unten gegen "l'Epaule" des Zinalrothorns aufsteigen. Es windet kaum und wir verweilen ein bisschen.
Die Abfahrt über den grossen Glacier de Moming war sehr abwechslungsreich und zeitweise wissen wir nicht, ob wir noch ein bisschen ob der gigantischen Eis-Kulisse stehen und staunen sollen oder ob wir weiterfahren wollen. Die Abbrüche in der Sonne und mit den markanten Gipfeln rundherum sind fantastisch. Glücklich darüber, dass wir die ideale Abfahrts-Linie durch die Spalten-Landschaft erwischt haben und nun am vorgesehenen Punkt an der Moräne stehen, können wir den Aufstieg zur unbewarteten Cabane d'Arpitetta unter die Felle nehmen. Wir haben uns entschlossen, nun einen Umweg über den Weisshorngletscher zu machen, damit wir eine kleine Abfahrt zur eben gesagten Hütte haben. Dies erspart uns einen Marsch über die Steine einer Moräne.
Nach einer Verweilzeit bei der Hütte fahren wir noch ein Bisschen in die Geländekammer hinein, welche uns zum "Col de Milon" hinaufführt. Der Schnee ist nun sehr weich, aber es ist bis auf wenige Tragpassagen angenehm zum Laufen.
Auf dem Col de Milon haben wir guten Einblick in die Aufstiegs-Möglichkeiten für zur Tracuit-Hütte. Viel Schnee hat es ja nicht mehr, aber aper ist es auch nicht. Irgendwie ist die Hütte doch noch weit entfernt, so hoch oben auf dem Grat. Wir dürfen jetzt aber noch runterfahren, das machen wir immer gerne. Der Sulz fährt sich leicht.
Unten in der Ebene strecke ich meinen Tee mit Schnee, bis er so kalt ist, dass der Schnee darin nicht mehr schmilzt. Nicht, dass er endlich kalt werden soll, ich brauche Reserve.
Wir finden gemeinsam alle zusammenhängenden Schneeflecken und die kürzesten Gras-Passagen. Wir sind nun 11 Stunden unterwegs und wir teilen das Flüssige untereinander, also alle geben es mir, danke viel Mal. Im Schlussanstieg habe ich ziemlich Mühe, doch weit geht es nicht mehr. Bonjour. Woher sind den alle die Skier hier? Mit so vielen Leuten haben wir nicht gerechnet. Ich gehe uns anmelden und bestelle gleich vier Liter Tee. Die Sorten-Auswahl hält sich in Grenzen, muss ich doch aus drei entscheiden welche ich alle eigentlich nicht will. Also nehme ich Kamille. Noch bevor uns der Hüttenwart den Schlag zeigt, muss ich für alle die Halbpension bezahlen. Dann im Schlag oben machen wir ein langes Gesicht. Alle ca. 30 Leute sind im selben Raum untergebracht, ich bin froh kann der Wart auf vier zählen.
Ob wir alle krank seien meint Hämpu, als wir den Tee trinken. Dieser ist wirklich nur für wenn man krank ist; oder man wird es (Kamille..). Das Eisenkraut wird passender sein.
Wir sitzen mit 3 Genfersee'lern zusammen am Tisch, das Essen ist ausgezeichnet. Die 3 kamen fürs Wochenende von Zinal unten rauf, so wie die meisten anderen auch.
Zur Nachtvorbereitung werden Schlaftabletten gezückt und deren lustigen Geschichten erzählt. In der Hoffnung, dass man sie doch schon heute Abend ganz verschluckt hat, gehen alle liegen. Am Morgen übrigens darf dann etwas nicht vergessen werden, das Aufputschmittel. Ja, es gibt nicht überall Orangensaft und Müesli.
Dominik

4. Tag: Cab. de Tracuit 3256m - Bishorn 4153m - Zinal 1670m


Nach einer erstaunlich ruhigen Nacht im vollen Schlafraum der alten Tracuithütte zogen wir kurz vor 6 Uhr los Richtung Bishorn. Zum ersten Mal seit vier Tagen war es nicht strahlend schön, der Gipfel war verhangen. Nach einer ersten kurzen Pause verschluckte uns der Nebel und so blieb es auch bis wir ein paar Meter vor dem Gipfel die Felle abzogen. Gut die Hälfte der Abfahrt bewältigten wir im Nebel, dann waren wir darunter und nach einem kurzen Gegenanstieg genossen wir noch ein paar tolle Schwünge bis zur Hütte zurück. Von dort gings in erstaunlich gutem Schnee Richtung Zinal. Anfangs noch über grössere Schneefelder, dann zunehmend über kleinere Stücke und auch mal über Gras, weiter unten durch faulen Schnee oder über einen Bach. Bei ca. 2500m war dann endgültig fertig, die Skis mussten auf den Rucksack. Wandern mit Skischuhen ist ja mal etwas Anderes…
Unterwegs kühlte uns ein kurzer Nieselregen angenehm ab und etwa um 2 Uhr trudelten wir in Zinal ein. Bis zur Abfahrt des Postautos wurde es uns nicht langweilig, es gibt ja noch Gartenterrassen mit Flüssigem, Käseschnitten und Salat. Die Rückfahrt ging mehr oder weniger nahtlos, nur in Thun verpassten wir den Anschlusszug um ein paar Minuten. Nun freuten sich Alle auf eine Dusche, wurden wir doch während den vier Tagen mit (Wasch)wasser sehr knapp gehalten, über eine Tasse pro Tag brachten wir es nie. Ganz herzlichen Dank an Dominik für die tollen, abwechslungsreichen Tourentage mit fantastischen Landschafts- und Gipfelerlebnissen.
Sile